Regenbogen-Graffiti sind eine Methode, mit ein paar leeren, festen 1,5-Liter-Plastikflaschen, Abtönfarbe und etwas Wasser problemlos ganze Hausfassaden in kürzester Zeit bunt einzufärben.

Die Zutaten müssen nur im richtigen Verhältnis gemischt werden, nur so viel Wasser, dass die Mischung flüssig genug ist, aber die Farbe trotzdem noch gut deckt. Dann lassen sich die Flaschen bequem im Rucksack transportieren, um bei passender Gelegenheit von Dachkanten ausgeschüttet zu werden. Wenn man vor Ort z.B. mit einem Nagel ein kleines Loch in den Flaschendeckel sticht, kommt wie bei einer Spülmittelflasche die Farbe in einem schönen Strahl raus und das Bild malt sich dank der Schwerkraft von da an ganz allein weiter. Die Farbe sucht sich ihren eigenen Weg – ein kontrollierter Kontrollverlust. Zwölf Liter verteilen sich in 15 Minuten über die gesamte Fassade. Alles wird bunt.

Regenbogen sind auch für Anfänger leicht erlernbar, benötigen wenig Aufwand in der Vorbereitung, machen schon beim ersten Versuch großen Spaß und es ist möglich, Flächen zu gestalten, die sonst kaum erreichbar wären. Da das Malen nur wenige Minuten dauert, ist das Risiko, dabei erwischt zu werden, sehr gering.

Weite Verbreitung fanden Regenbögen durch eine Gruppe aus Bremen, die ihren Ursprung in der Graffiti-Szene hat. Sie stellten eine Anleitung online und organisierten performative Workshops u.a. auf dem ersten »Reclaim Your City«-Kongress mit dem ausdrücklichen Wunsch zur Nachahmung. Tatsächlich verbreiteten sich Regenbogen auf Fassaden nicht nur in Bremen und Berlin, sondern auch in anderen europäischen Großstädten sowie in Mexiko und Indien.