Wandspruch in Berlin-Neukölln.

»Wenn immer wieder »Integration« gefordert wird, setzt das die Annahme voraus, dass es eine dominierende Kultur und eine ethnische Homogenität gibt. Stattdessen aber muss eine radikale Vielfalt innerhalb einer Gesellschaft anerkannt werden!

Gute Migrant*innen sind nicht diejenigen, die akzentfrei Deutsch sprechen, die Nationalhymne mitbrüllen, jeden Sonntag den Tatort gucken und sich ständig aufgeklärt zu Themen wie Islamismus, Antisemitismus und Demokratie äußern können.

Das Theater der Integration täuscht vor, es gäbe eine geläuterte, moralisch reine Gesellschaft – während gleichzeitig eine rechtsradikale Partei Wahl-Erfolge feiert. Die gegensätzliche Aufforderung des Autors Max Czolleks lautet: Desintegriert Euch! Das gleichnamige Buch zeigt die Strategie der Desintegration als Ausweg aus der Rolle an, in der sich Deutsche inszenieren. Um ihr Selbstbild einer sogenannten »deutschen Leitkultur« zu zerschlagen.«

engl.:

De-Integrate Yourselves!

»When »Integration« is repeatedly demanded, this presupposes the assumption that there is a dominant culture and an ethnic homogeneity. Instead we must acknowledge a radical diversity within a society!

Good migrants are not those who speak German without an accent, who shout along with the national anthem, who watch Tatort (a popular german TV-serial) every Sunday, and who can constantly speak in an enlightened manner on topics such as Islamism, anti-Semitism, and democracy.

The theater of integration pretends that there is a purified society – while at the same time an extreme right-wing party is celebrating electoral successes. Author Max Czollek’s call to the contrary is: Disintegrate! The book of the same name points to the strategy of disintegration as a way out of the role in which Germans stage themselves. In order to shatter their self-image of a so-called »German Leitkultur«.«